Wie wichtig ist es mit dem behandelnden Arzt / Psychiater auf einer Wellenlänge zu sein?

In all den Jahren in denen ich bereits in psychiatrischer Behandlung bin, habe ich eines gelernt: Es ist unglaublich wichtig sich an diesem Ort und mit dem Gegenüber wohl zu fühlen.

Die Praxis sollte ein Ort sein, an dem ihr euch wohl, geborgen und verstanden fühlt. 



Ich habe in meiner psychiatrischen Laufbahn bereits mehrere Ärzte ausprobiert und konnte dabei immer sofort feststellen, ob ich mich in guten Händen fühle. 


Leider war das oftmals nicht der Fall. Ich fühlte mich missverstanden und nicht sehr wohl damit offen und ehrlich über meine Gefühle und meine Situation zu sprechen. 


Früher dachte ich, dass ich da durch muss und keine andere Wahl habe. Bis ich gemerkt habe, dass ich das tun muss, was für mich richtig ist. Auch wenn das bedeutet mir woanders Hilfe zu suchen. 


Diesen Schritt zu gehen, hat mich in meiner Behandlung und in meinem Genesungsverlauf so sehr voran gebracht, wie nichts anderes. 


Den richtigen Arzt/Ärztin zu finden ist für eine Behandlung ebenso essenziell, wie die richtigen Medikamente und die passende Therapie. 


Nachdem ich eine Ärztin gefunden habe, bei der ich mich gut aufgehoben fühlte, habe ich solch große Fortschritte gemacht, wie nie davor.  


Denn es ist so wichtig jemanden zu finden dem man vertrauen kann und der wie ein Fels in der Brandung für einen da ist. 


Wer sich unwohl oder unverstanden fühlt, sollte dringend über einen Arztwechsel nachdenken. 


Denn es macht einen großen Unterschied ob man beim "falschen" Zahnarzt ist oder bei einem "falschen" Psychiater. Nur weil dieser Arzt für andere der richtige ist, muss das nicht für euch der Fall sein. 


In einer Therapie geht es darum über die intimsten Gedanken, Gefühle und Ängste zu sprechen. Das kann man nicht mit jedem. Sich so verwundbar und offen zu zeigen, funktioniert nur bei jemandem mit dem man sich wirklich behaglich und wohl fühlt. 


Nachdem meine Ärztin bei der ich zehn Jahre in Behandlung war in den Ruhestand ging, fühlte ich mich als ob ich einen wichtigen Menschen verloren habe. 

Einen ebenbürtigen Ersatz zu finden schien mir unmöglich. 


Es dauerte auch leider einige Zeit und einige Besuche in verschieden Praxen, bis ich wieder jemanden gefunden habe, bei dem ich mich wirklich öffnen konnte. 


Aber die Suche hat sich gelohnt. Denn jetzt fühle ich mich wieder angekommen. An einem Ort an dem ich über all das sprechen kann, was mich beschäftigt und mir Angst macht.

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