Im Moment leben und Ehrlichkeit für meine Gefühle

Warum fällt es uns schwer unsere Gefühle ehrlich auszudrücken und wahrheitsgemäß preiszugeben?


Immer wenn ich gefragt werde "wie es mir geht", antworte ich "danke gut". Warum tue ich das, wenn es meistens gar nicht der Wahrheit entspricht?





Liegt es daran, dass diese Antwort von unserem Gegenüber erwartet wird oder dass ich nicht zugeben oder erklären möchte, wie es mir wirklich geht? 



Was würde passieren, wenn ich aussprechen würde, wie es mir wirklich geht? Habe ich davor Angst oder ist es einfach leichter es nicht zu tun?



Sage ich "es geht mir gut" um mich davon selbst zu überzeugen, dass es mir gut gehen kann oder weiß ich bereits, dass meine Mitmenschen gar nicht wirklich interessiert daran sind, wie es mir tatsächlich geht? 



Leider finde ich keine Antworten auf diese Fragen und denke, dass sich meine Antwort auch in Zukunft nicht ändern wird. 



Denn immer wieder versuche ich mich selbst zu erinnern, dass ich für 1000 Dinge in meinem Leben dankbar sein kann und es daher nicht in Ordnung ist, mich die meiste Zeit schlecht zu fühlen. 



Ich habe also ein schlechtes Gewissen und spiele nach außen hin eine Person der es gut geht, da es mir doch eigentlich gut gehen müsste. 



Außerdem überkommt mich sehr oft das Gefühl, dass mein Gemütszustand mir so viel Zeit raubt und ich diese somit verschwendet. 



Ich verschwende kostbare Zeit damit mich traurig und elend zu fühlen. Daher frage ich mich: darf ich das überhaupt? Müsste ich das nicht eigentlich ändern? 



Vor allem in meinen depressiven Phasen, die so häufig auftreten und lange anhalten, stelle ich mir die Frage, ob ich mir das denn überhaupt erlauben darf. 



Könnte ich das ändern und will es einfach nicht oder kann ich es aus bestimmten Gründen wirklich nicht ändern so sehr ich mich auch bemühe. 



Und ich strenge mich wirklich jeden Tag an es besser zu machen. Ich kämpfe jeden Tag und gehe an mein Limit. 



Aber aus irgendeinem Grund komme ich aus meiner Abwärtsspirale nicht heraus. Zudem kommt, dass ich andere nicht da mit reinziehen möchte. Denn wer will schon so viel Negatives in seinem Leben haben…



Das Einzige was mir wirklich hilft ist es im Jetzt und Hier zu leben. Ich mache mir keine Gedanken darüber oder setze mich unter Druck wie es mir morgen zu gehen hat. 



Ich konzentriere mich auf den jetzigen Moment und versuche ihn so anzunehmen wie er ist.





Mein Fokus liegt auf Heute. Gestern war vielleicht schlimm und morgen wird es eventuell schlimmer aber vielleicht auch besser. Daher ist das wichtigste für mich die Gegenwart. 



Denn das ist die einzige Zeit in der ich bestimmen kann, was ich tue und wie ich mit meinen Gefühlen umgehe.

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