6 Fragen bipolare Störung - ein Interview über mich selbst

 



  1. Wie kam es zu der Diagnose bipolare Störung?


Meine erste Diagnose mit Anfang 17 war: sehr schwere Depression. Später kamen Zwangsstörungen, eine Essstörung, Schlafstörungen und Panikattacken dazu. 


Erst einige Jahre später merkte ich, dass meine Stimmung sehr stark schwankt und sich extrem auswirkt und verändert.



Nachdem meine Ärztin mich in einer manischen Episode sah, konnte eine Bipolare Störung und eine Posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert werden. 


  1. Auf welche Bereiche im Leben wirkt sich die Bipolare Störung aus?


Da ich immer noch keine richtige medikamentöse Behandlungsstrategie habe und ständig die Medikamente und Dosierungen wechseln muss, wirkt sich die bipolare Störung auf alle Bereiche meines Lebens aus und steht immer im Mittelpunkt. 


Meine Stimmung schwankt von einem extrem ins andere. Vor allem da ich mich zu 80% in einem Mischzustand befinde. 


  1. Wie reagierten Familie und Freunde auf die Diagnose?


Da die meisten Menschen in meinem Umfeld keine Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen und bipolaren Störungen haben, musste ich am Anfang und auch heute noch sehr viel darüber erklären. 


Oftmals wünsche ich mir mehr Verständnis und Einfühlungsvermögen. Aber mit der Zeit habe ich gelernt, dass es einfacher ist meine Erkrankung mit meinem Arzt zu besprechen und meine Probleme mit mir selbst auszumachen. 


  1. Welche Phase ist für dich die leichtere Phase?


Beide Phasen, beziehungsweise beide Extreme bereiten mir große Schwierigkeiten. Aber ich kann dennoch mit meinen Depressionen besser umgehen, als mit meiner Manie. 


Das ständige gereizt sein, keine Schlaf- und Ruhepausen zu gebrauchen und die ständige Anspannung, sowie der extreme Tatendrang sind für mich eindeutig schwerer zu händeln. 


  1. Was hilft in den schlimmen Extremen?


Am meisten hat es mir immer geholfen mit meiner Ärztin darüber zu sprechen. Sie hatte immer ein offenes Ohr für mich und gab mir immer Ratschläge, die mir sehr geholfen haben. Sie war mein Anker in der Not. 


Leider ist sie aber nun in Ruhestand gegangen und hinterließ ein großes Loch bei mir.



Ich bin seit Monaten auf der Suche nach jemandem der dieses Loch füllen kann. 


Sodass wenn ich Hilfe brauche ich sie auch bekomme. Gerade ist das leider nicht der Fall. Somit fühle ich mich sehr alleine gelassen und versuche alles mit mir selbst auszumachen. 


Auf Dauer ist das aber absolut keine Lösung. Ich weiß, dass es auf diese Weise nur immer schlimmer wird. 




  1. Hoffnung für die Zukunft?


Als erstens ist meine Hoffnung einen neuen kompetenten Arzt zu finden und somit endlich die richtige medikamentöse Einstellung zu erlangen.


Ich wünsche mir außerdem aus dem Mischzustand herauszukommen und Stabilität finden zu können, sodass andere Dinge in meinem Leben an erster Stelle stehen können.

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