Anleitung: der Umgang mit bipolaren Menschen

Ich habe eine bipolare Störung und bin täglich, wie jeder andere von Euch, von Menschen umgeben.


Es gibt dabei 2 Gruppen von Menschen: Gruppe Nummer 1 sind Menschen, die ich nicht kenne und die mich nicht kennen.  


Gruppe Nummer 2 sind Menschen, die von meiner Krankheit wissen und lernen müssen mit mir, also einer Person mit einer Bipolaren Störung, umzugehen.


Heute geht es nur um Gruppe Nummer 2.

Sehr wichtig ist es, die Krankheit nicht zu überschätzen und jeden Gefühlsausbruch, den ich an den Tag lege, auf meine Krankheit zu schieben. 


Andererseits kann ich es nicht ertragen, wenn jemand so tut als wäre das doch kein großes Problem und mir wird gesagt: "jeder fühlt sich mal so" und "eine Krankheit ist das schon gar nicht". 


Ihr seht also hier ist Menge Fingerspitzengefühl und ganz viel Balance gefragt. 


Wenn du gesund bist und umgeben von einer Person, die bipolar ist, dann solltest du dich ernsthaft mit dem Thema auseinander setzen. 


Denn es zu verleugnen oder ständig zu erwähnen ist keine Lösung. 

Für keine der beiden Parteien. 


Zugegeben es kann manchmal sehr schwer sein, einzuschätzen wann jemand Zuneigung und Unterstützung braucht oder wann es Zeit ist sich zurückzuziehen. 


Manchmal weiß ich ja selbst nicht was ich brauche oder möchte. 


Also dürft ihr euch zum Beispiel nicht persönlich angegriffen fühlen, wenn ihr aus dem Nichts quasi eine Zurückweisung bekommt. 


Denn sehr oft hat das nichts mit euch als Person oder eurem Handeln zu tun, sonder beruht auf dem Grund meiner bipolaren Unausgeglichenheit.


Zudem kommen meine stärker ausgeprägten Emotionen noch hinzu. 

Ich gebe euch ein Beispiel: An dem einen Tag kann ich über einen sarkastischen Spruch lachen.

Jedoch in einer anderen Situation fühle ich mich dadurch verletzt und fange an zu weinen. 


Eine Bipolare Störung ist eine große Belastung im eigenen Leben. In einer Beziehung kann sie zu einer noch größeren Belastung werden. 


Daher zerbrechen oder scheitern leider häufig Freundschaften und Beziehungen daran.


Das wichtigste ist die Kommunikation und der offenen Umgang damit. Und jede Menge an Verständnis von beiden Seiten.  


In jeder Phase, ob manisch oder depressiv, bitte seht uns immer als einen eigenständigen und vollwertigen Menschen an.

Trotz Bipolarer Störung, also emotionaler Höhen und Tiefen, können wir uns selbst als Person vertreten und für uns einstehen. 


Vielleicht tut es in vielen Fällen gut mal eine gemeinsame Therapiesitzung zu unternehmen. 


Wir verlangen viel ab von den Menschen die uns nahe stehen, aber auch wir können zuhören, Ratschläge geben, uns um die Sorgen und Ängste anderer kümmern und Hilfe leisten. 


Wenn euch Dinge stören, oder ihr nicht weiter wisst, dann fragt nach. Sprecht offen darüber. Es in sich hineinzufressen, wird die Lage sicher nicht verbessern. 


Und aus Angst vor der Reaktion oder der Antwort lieber nichts zu sagen oder zu tun ist der wirklich absolut komplett falsche Weg. Auch wenn Offenheit manchmal sehr weh tun kann.


Aber nur so können kommende Probleme oder Situationen umgangen und verbessert werden.

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