Mein Versuch zu überleben statt zu leben


Ich habe in den letzten Jahren sehr viel über mich selbst und mein Dasein auf dieser Welt nachgedacht und gelernt. 

So weit ich zurückdenken kann, war ich schon immer anders, als die Anderen um mich herum. Ich war immer schüchtern, unsicher und von Komplexen geplant. Ich dachte immer, dass wenn ich erst mal älter werde, sich das legen wird. 


Aber das Gegenteil ist eingetreten. 

Ich bin jetzt 28 Jahre alt und seit über 10 Jahren in psychiatrischer Behandlung. 


Die Diagnose hat sich, so wie auch ich, mein Geist und mein Körper verändert. Letztendlich war ich schon immer klinisch depressiv und dazu kommt, dass ich eine Bipolare affektive Störung habe. 


Was so viel bedeutet ein Leben mit ständigen Hoch und Tiefs. Ein Tag bin ich depressiv und schaffe es nicht aus dem Bett, am nächsten Tag bin ich manisch und kann alles schaffen. 


Ich kann nicht aufzählen, wie viele Gespräche und Medikamente ich in all den Jahren gehabt habe. 


Und leider kann ich auch heute nicht behaupten, dass es mir gut geht. Ich bin nicht ausgeglichen, was bedeutet dass ich noch nicht gut eingestellt bin und jeder Tag ein Kampf für mich ist. 


Die einfachsten Situationen oder Aufgaben sind für mich eine sehr große Herausforderung. Meine Probleme mit mir gehen selbstverständlich weitaus tiefer und sind sehr komplex. 


Manchmal frage ich mich warum ich auf der Welt bin, wenn ich keinen großen Nutzen erbringe und auch das Leben nicht genießen kann, sondern stattdessen Leide oder in Selbstmitleid versinke. 


Daher kam ich zu dem Ergebnis, dass ich nicht wirklich lebe und das Leben genieße. 


Stattdessen versuche ich zu überleben und ich meine damit nicht mein Leben beenden zu wollen, sondern mit mir selbst klar zu kommen und mein Versuch mich auszugleichen und zu kontrollieren. 

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